17. Oktober
Am 17.Oktober 1987 liess Père Joseph Wresinski auf dem Platz der Menschenrechte / Trocadero in Paris einen Gedenkstein zur “Ehre der ungekannten Opfer von Hunger, Unwissenheit und Gewalt” legen.
1993 ernannte die UNO den 17. Oktober zum “Welttag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung”. (siehe www.oct17.org)
2010
Parlament der Menschlichkeit Berlin, 4. Sitzung vom 6. Mai 2010 in der Deutsch – Arabischen Unabhängigen Gemeinde, DAUG, Berlin-Neukölln
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2008
Grußwort
Armut hat viele Gesichter und viele Ursachen. Denn Armut ist mehr als nur Einkommensarmut. Sie bedeutet beinahe immer auch einen Mangel an Chancen auf Teilhabe und Verwirklichung.
Wenn wir in Deutschland über Armut sprechen, dann meinen wir in der Regel nicht die absolute, das physische Überleben gefährdende Armut, die wir aus anderen Teilen der Welt kennen. Wir haben bewährte und leistungsfähige Systeme sozialer Sicherung, die an vielen Stellen helfen, diese Form der Armut zu vermeiden. Mit Sozialtransfers gelingt es uns Jahr für Jahr, die Armutsrisikoquote zu halbieren.

Unser Sozialstaat wirkt. Das ist ein Erfolg, aber ausreichend ist es nicht. Wir brauchen neben unseren funktionierenden Sozialsystemen weitere Anstrengungen, vor allem hinsichtlich Bildung, Kinderbetreuung und guter Arbeit. Vor allem mehr Chancen auf Arbeit und ordentliche Mindestlöhne werden helfen, aus Armut wieder herauszukommen.
Noch immer leben unserem Land zu viele Bürgerinnen und Bürger verglichen mit Anderen, Glücklicheren, in Armut. Daran wollen wir etwas ändern. Wir wollen eine Gesellschaft, in der Freiheit des Einzelnen zählt, die auf sozialer Gerechtigkeit beruht und die in Solidarität mündet. Das ist der Dreiklang der Grundwerte, an denen unsere Politik auch ausgerichtet ist, wenn es darum geht, Armut zu bekämpfen und Risiken auf Armut vorzubeugen.
Weniger Armut ist möglich.
Gefordert ist die Politik, aber nicht nur die Politik. Auch zivilgesellschaftliches Engagement ist eine wesentliche Hilfe im Kampf gegen die Armut.
Olaf Scholz
Bundesminister
Mitglied des Deutschen Bundestages
2007
2007 jährte sich zum 20. Mal der Aufruf von Père Joseph Wresinski „Ich lege Zeugnis ab von den Ärmsten aller Zeiten“, sowie die Niederlegung eines Gedenksteines zu Ehren der „Namenlosen Opfer von Hunger, Unwissenheit und Gewalt“ auf dem Platz der Menschenrechte in Paris – Trocadero.
Aus diesem Anlass gab es in Berlin ein internationales „KunsTrotzTarmut“ Fest vom 12. bis 17. Oktober. 80 Künstler aus Russland, Polen, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Holland von 8 bis 89 Jahren zeigen ihr Leben.
Be-Sinnung am Gedenkstein im Parlament der Bäume, Menschenkette vom Hauptbahnhof zu Ehren der wehrlosen Opfer von Gewalt auf unseren Straßen. Andacht in der Französischen Friedrichstadt-Kirche, Begegnung und Kundgebung in der Heilig-Kreuz-Kirche mit Pfarrer Christian Führer, Leipzig.

2006
Französisch-Deutsch-Polnische Jugendbegegnung vom 13. bis 18. Oktober „Was habt ihr aus euren Idealen gemacht – Dialog der Generationen über Gerechtigkeit in Europa“.
Sechzig Jugendliche sprechen mit Erwachsenen aus drei Ländern: Madame Nadia Idiri, einer Vertreterin französischer Stadtverwaltung, die selber aus der Immigration stammt, Pani Anna Sleznik, Direktorin des städtischen Altenheimes in Kielce, Polen, Frau Prof. Dr. Susanne Tiemann, KFHS Köln, Mgr. Stanislas Lalanne, Generalsekretär der französischen Bischofskonferenz, Prof. Dr. Dr. Mathias v. Oppen, Agrarwissenschaftler, Kröchlendorff (Uckermark), Pan Jerzy Stepien, Chefredakteur der Zeitschrift „Wiez“, Warschau, Herrn Ansgar Wimmer, Vorsitzender der A.-Toepfer-Stiftung, Hamburg.
Die Jugendlichen besuchen Berliner Schulen und Initiativen zur Integration sozialer und ethnischer Minderheiten.
Be-Sinnung am Gedenkstein im Parlament der Bäume, Andacht in der Französischen Friedrichstadt-Kirche mit Pfarrer Matthias Loerbroks und Kantor Kilian Nauhaus, Begegnung mit Besuchern von Berliner Tagesstätten für Wohnungslose in den Gemeinderäumen, kulinarische Verpflegung durch Besucher des Seelingtreff Berlin-Charlottenburg.
2005
Tagung in der Französischen Friedrichstadt-Kirche in Zusammenarbeit mit den Evangelischen und Katholischen Akademien in Berlin zum Thema: „Kinderarmut ist Familienarmut“. Betroffene Eltern diskutierten mit einem Praktiker der Sozialarbeit (Kinderhaus Weißensee), Juristen (KFH Köln), Mitgliedern des Bundestages (Bayern), unter der Moderation von Frau Dr.Ursula Weidenfeld, Tagesspiegel Berlin.
Be-Sinnung am Gedenkstein im Parlament der Bäume, Andacht mit Pfarrer Matthias Loerbrock in der Französischen Friedrichstadt-Kirche, gemütliches Zusammensein in den Gemeinderäumen.

2004
Tagung in der Katholischen Akademie in Zusammenarbeit mit den Evangelischen und Katholischen Akademien in Berlin zum Thema: „Abgeschrieben? – Jugend in Ostdeutschland sucht Zukunft“.
Jugendliche aus Frankreich, Deutschland und Polen tragen ein im Sommer in Haus Neudorf erarbeitetes szenisches Spiel vor (Regie: Sylvia Wolff). Diskussion mit u.a. Frau Beate Blechinger, Justizministerin des Landes Brandenburg.
Be-Sinnung am Gedenkstein im Parlament der Bäume, Begegnung im Gemeindehaus der Friedrichstadtgemeinde, Andacht in der Französischen Friedrichstadt-Kirche.
2003
Tagung im Französischen Dom in Berlin mit den Evangelischen und Katholischen Akademien zum Thema: „Hunger im Kopf – Familienarmut und Bildung“. Betroffene Eltern aus Berlin und der Uckermark diskutieren mit Dr. Götz Doyé, Dr. U. Fegeler, M. Mörsberger, Frau Prof. Dr. S. Tiemann MdB.
2002
Veranstaltung mit der „Grundschule am Traveplatz“ in Berlin-Lichtenhain zum Thema: „Pisa und Zukunftschancen“. Vortrag von W. Steinert, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Elternrates, Theaterstück einer Schülergruppe, Austausch mit den Eltern. Besinnung im Französischen Dom gemeinsam mit den Pastoren der dortigen Gemeinden. Mitwirkung des Chores der französischen katholischen Gemeinde in Berlin. Gespräch im Bundestag mit Frau Barnett, Vorsitzende des Sozialausschusses, mit BesucherInnen des Seelingtreffs, Berlin – Charlottenburg.
2001
„Armutsbericht der Bundesregierung: von der Analyse zur Politik?“ Gesprächsrunden der parlamentarischen Gesellschaft in Berlin zwischen Mitgliedern des Sozialausschusses des Deutschen Bundestages und Mitgliedern der ATD Gruppen. Besinnung im „Raum der Stille“, Brandenburger Tor.
2000
13.-14./15. Oktober – Wochenendtagung mit der Evangelischen Akademie Berlin-Brandenburg im A.- von-Trott Haus mit Teilnehmern aus Frankreich, Polen, Deutschland zum Thema: „Armutsbekämpfung als Aufgabe für die europäische Zivilgesellschaft“, 60 Teilnehmer, Vorträge von J. M. Bellorgey, Conseiller d’Etat, Paris, und Jerzy Stepien, Verfassungsgericht Warschau, Dr. Fritz Anhelm , Evangelische Akademie Loccum. Einweihung von Haus Neudorf in Friedenfelde, Uckermark, mit Almut Berger, Ausländerbeauftragte, und Steffen Reiche, Bildungsminister, Land Brandenburg, 200 Gäste.
1999
16./17. Oktober – Tagung mit der Evangelischen Akademie Berlin-Brandenburg im D.- Bonhoeffer-Haus mit Teilnehmern aus Frankreich, Polen und Deutschland zum Thema: „Armut verbindet? – Auswertung der französischen Sozialgesetze von 1998 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“, 100 Teilnehmer, Vortrag von Frau Dr. Rita Süssmuth MdB, Alfred Recours, Vorsitzender, Vorsitzender des Sozialausschusses der Französischen Nationalversammlung, Frau Prof. K. Krol, Universität Posen, Polen.
Besinnung im Rahmen des Gottesdienstes der Reformierten Gemeinde Friedrichstadt im Französischen Dom.
1998
Besinnung in der Oberkirche des Französischen Doms. Ansprache von Premier Thadeusz Mazowiecki. Teilnehmer aus Polen, Deutschland, Frankreich.
Abendveranstaltung im Französischen Dom in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie zu Berlin: „Kultur der Solidarität ist die Seele des neuen Europa“. Vortrag von J. Homeyer, Bischof von Hildesheim. Podium mit Mme Danielle Mitterrand, Th. Mazowiecki, Bischof Homeyer und aus jedem Land eine Person, die im Namen der aus Betroffenheit dort engagierten Menschen berichtet.
1997
Das Parlament der Bäume ist wegen Bauarbeiten nicht mehr zugänglich. Besinnung am Französischen Dom. Grußbotschaft von Prof. Dr. W. Huber, Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin und Brandenburg. Teilnehmer aus Hamburg, Güstrow, Berlin, Brandenburg, Riesa, Dachau- München, Posen(Polen). Abendveranstaltung im Französischen Dom in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie zu Berlin: „Große Armut als Verletzung der Menschenrechte“. Vorstellung des entsprechenden Berichtes der UNO- Menschenrechtskommission, Rundgespräche von Teilnehmern mit Armutserfahrung, Dr. Frieder Wolf MEP, H.-J. Kiderlen, Präsident des Konsistoriums der Evangelischen Kirche in Sachsen-Anhalt.

1996
Be-Sinnung am Parlament der Bäume mit Teilnehmern aus Marseille, Paris, Hamburg, Dachau-München, Berlin, Brandenburg. Ansprache von Prof. Dr. Theodor Schober, ehem.Präsident des Diakonischen Werkes in Deutschland. Abendveranstaltung im Französischen Dom in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie zu Berlin. Vortrag von Prof. Dr. T. Schober: „Armutsbekämpfung als Frage der persönlichen Barmherzigkeit oder der politischen Rahmenbedingungen“, Podium mit Frau Prof. Dr. H.-R. Laurien, Konrad Gilges MdB.
1995
Be-Sinnung am Parlament der Bäume mit Teilnehmern aus Belgien und Deutschland, Jugendlichen aus Nordirland, Holland, Riesa, Brandenburg. Beitrag einer Kindergruppe aus Lübbenau/Spreewald. Ansprache von Altbischof D. Gottfried Forck. Abendveranstaltung im Französischen Dom in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie zu Berlin. Vortrag von Mme. Simone Veil: „Armutsbekämpfung als europäische Aufgabe“. Podium mit Herrn H. v. Moltke, Generaldirektor in der Kommission der EU, Brüssel.

1994
Be-Sinnung am Parlament der Bäume mit Teilnehmern aus Paris, Dachau-München, Hamburg, Berlin, Brandenburg. Szenisches Spiel einer polnischen Dorfschulgruppe. Ansprache von Pfr. Christian Führer, Leipzig; Grußbotschaft von S. E. Kardinal Sterzinsky. Gesprächsrunde in den Räumen des Bernhard-Lichtenberg-Hauses: „Botschaft von Familien in Armut zum Internationalen Kongress der Familien in New York“.

1993
Be-Sinnung am Parlament der Bäume mit Teilnehmern aus Brandenburg, darunter Asylbewerber, Berlin, Hamburg, Dachau-München. Grußwort des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg. Gesprächsrunde in den Räumen der Regionalen Arbeitsstelle für Ausländerfragen RAA: „Gerade Familien in Armut können Ausländer verstehen“.

1992
Mai:
Ost-Westeuropäische Tagung „Große Armut, Demokratie und Menschenrechte“ im Haus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Berlin mit 100 Teilnehmern aus 15 Ländern. Einweihung des Gedenksteins zu Ehren der „Namenlosen Opfer von Hunger, Unwissenheit und Gewalt“ am Parlament der Bäume, Schiffbauerdamm. Ansprachen von Frau Prof. Dr. H-R Laurin, Frau Ingrid Stahmer, Prof. B. Geremek, Dr. Peter Leuprecht.

17. Oktober:
Be-Sinnung am Parlament der Bäume mit Teilnehmern aus Berlin, Erfurt, Dachau-München. Botschaft nach Paris von Betroffenen und Sr. Monika Hesse von der „Suppenküche Wollankstraße“, über SFB.
Gesprächsrunde in den Räumen der Jesuitengemeinschaft Kantstraße zum Thema “Lebenserfahrung in Armut in Ost- und Westdeutschland“.adt_flyer_210x105

