13. September 2010

Integration: Wer wen?

Integration in aller Munde:

Ja, es stimme, nur ein kleiner Teil der Schüler mit ausländischen Wurzen schaffe den Abschluss nicht, bliebe außen vor und grenze sich schliesslich selber aus.

Ja, es stimme, Integration sei nicht nur ein Ausländerproblem, sondern ein soziales Problem.

Sogar unser Innenminister formuliert es jetzt so. Und vermeidet das Wort „Unterschicht“, ein in der Tat abscheuliches Wort. Wer kann sich so benennen und im Spiegel schauen?

Aber dann der laute Ruf: „Eltern, kümmert euch um eure Kinder!“ – aus Wirtschaft, Schule Politik … an Eltern jeglicher Couleur, aber eben „bildungsferne“.

Halt! Waren diese Eltern nicht eben noch selber Jugendliche? Wer hat investiert in ihre Chancen? Welche Kita hat freie Kräfte, die sich heute um diese Eltern kümmern? Sie anhören? Einbinden?

Halt! Sind diese Eltern nicht die geringqualifizierten Arbeitskräfte? Denen die unausgeglichensten Arbeitszeiten zugeschoben werden, feiertags, sonntags, in Ferien …?
Die zuletzt Geheuerten, zuerst Gefeuerten? Mobbing und Depressionen inklusive?

Und noch mal halt! Hängen diese Eltern nicht vielfach von Sozialleistungen ab? Wer kümmert sich, wenn Leistungen ausgesetzt, überprüft, gestrichen werden – statt einen Sicherheitssockel zum Monatsanfang festzulegen?

Ihre Kinder stellen den einzigen Schutz junger benachteiligter Eltern dar in einer Welt, die sie nicht will.
Wer muss sich um wen kümmern?

Ihre
Mascha Join-Lambert